Sachbeschädigung in der Stadtpfarrkirche St. Marien. Pfarrer Fleischmann nimmt Stellung dazu

Immer wieder ist die katholische Stadtpfarrkirche St. Marien im Stadtzentrum von Hof Ziel mutwilliger Beschädigungen. Wie geht die Pfarrgemeinde damit um? Der leitende Pfarrer Stefan Fleischmann steht Rede und Antwort zu den gegenwärtigen Vorkommnissen.
Zum wiederholten Male kommt es zur Beschädigung der Inneneinrichtung bzw. des Seitenaltars in St. Marien.
Pfarrer Fleischmann: Leider ist das so. Die Kirche ist kein gewöhnliches Haus; wir sagen manchmal zu Recht „Gotteshaus“ dazu, weil wir uns als Gemeinde in dem Bewusstsein treffen, dass Gott in unserer Mitte ist; besonders dann, wenn wir beten, sein Wort hören und das Mahl der Liebe feiern. Wenn Gotteshäuser mutwillig zerstört werden, dann tut das meinem Herzen weh, weil die Kirche ein ganz besonderer Ort, ein heiliger Ort ist. Aber es gibt auch andere Fälle, dass Kassen aufgebrochen und Geld gestohlen wird. Das ist dann ärgerlich, weil das Geld der Pfarrgemeinde genommen wird bzw. den Bedürftigen fehlt.
Was ist das Besondere an diesem Vorfall?
Neu ist für mich, dass zwei Kinder mehrere Opferkerzen beschädigt und eine Altardecke in Brand gesetzt haben. Dies taten sie nicht nur einmal, sondern ebenso in der darauffolgenden Woche. Die Kirche ist tagsüber sehr frequentiert von Besuchern und Betern, so dass es gar nicht so einfach ist, eine solche Tat unbemerkt zu begehen.
Wie werden Sie damit umgehen?
Ich möchte gerne wissen, was die elf- und zwölfjährigen deutschen Jungen bewogen hat, diesen Unfug, der einen größeren Brand verursachen kann, zu begehen? Und das gleich mehrmals. Ich habe mich an den Heiligen Johannes Bosco erinnert, der sich genau mit solchen Kindern beschäftigt und sich ihnen angenommen hat. Deshalb habe ich mich mit Kaplan Christopher Helbig und Verwaltungsleiter Michael Zentgraf beraten. Wir kamen zu dem Schluss, die Kinder einmal zu einem Gespräch einzuladen. Der erhobene Zeigefinger soll dabei nicht so sehr im Vordergrund stehen, sondern dass wir sie verstehen wollen. Vielleicht entsteht daraus eine fruchtbare Begegnung für ihr Leben, aber vor allem hinsichtlich ihrer Haltung gegenüber einer christlichen Kirche.