"Sag beim Abschied leise Servus!"
Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow in St. Konrad in Hof
Der beliebte Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow hat am 1. September seine Pfarrei "St. Konrad", in der er 11 Jahre segensreich wirkte, verlassen und wechselte nach Hollfeld in die Pfarrei "Mariae Himmelfahrt". Jetzt fand in der St. Konradskirche der Abschiedsgottesdienst mit anschließender Begegnung im Pfarrgarten statt, zu dem wie erwartet viele Gläubige gekommen waren.
Zahlreiche Mitbrüder im Priesteramt und pastoralen Dienst sowie Vertreter der evangelischen Kirche hatten sich eingefunden, um gemeinsam mit dem scheidenden Pfarrer den Festgottesdienst zu feiern. Die musikalische Umrahmung übernahmen Januka Gunaratnam an der Orgel, Dr. Hans-Bernd Batz Trompete, sowie Kirchenchor und Schola. Zum Beginn ein großer Einzug mit dem Volksgesang "Lobe den Herren" im Wechsel von Gemeinde und Kirchenchor. Dekan Andreas Seliger bezog sich in seiner Ansprache auf die Tageslesung aus dem Jakobusbrief: "Friedfertigkeit, Freundlichkeit, Gehorsam, Mitgefühl und Ehrlichkeit sind Attribute, die wir gleich dem Apostel Jakobus mit unserem lieben Pfarrer Wiedow in Verbindung bringen können", sagte der Dekan. "Die Leidenschaft, mit der Pfarrer Wiedow seine Pfarreien geführt hat, war apostolisch, feurig, unternehmerisch und stets zielgerichtet. Sie war aber auch von Gebet, tiefem Glauben und heiliger Liebe geprägt." 4.000 Tage lang hat der Priester Hans-Jürgen Wiedow für seine Pfarrkinder täglich mindestens drei Vaterunser, mehrmals den Psalter und abertausend male das Ave Maria gebetet. Er brachte täglich das Opfer auf dem Altar seiner Kirchen dar. Er taufte in seiner Zeit als Pfarrer von Hof 138 Kinder, schloss 43 Ehen und beerdigte 221 Menschen. In seiner Amtszeit wurden 580 Jugendliche gefirmt und 577 Erstkommunionkindern spendete er zusammen mit Pfarrvikar Holger Fiedler das erste Mal das Sakrament der Hl. Kommunion. 16 Gläubige sind in durch ihn zur Hl. Kirche konvertiert und 11 Gläubige konnte er zur Kirche zurückführen. In den Gottesdiensten in der Pfarrei Bernhard Lichtenberg wurden in seiner Zeit ca. 500.000 Mal die hl. Kommunion in den hl. Messen gespendet. Und jede einzelne Spendung eines dieser Sakramente war eine persönliche und gnadenreiche Begegnung zwischen dem Priester und den Kindern Gottes", reflektierte der Festredner. Im Namen des Dekanats und der ehemaligen Mitarbeiter des Seelsorgebereichs "Hofer Land" hat Dekan Andreas Seliger ein besonderes Geschenk mitgebracht, "die Figur das schlafenden Josefs". Die Tradition dieser Heiligendarstellung liegt darin, dass die Mächtigen, die Väter der Gemeinden, über manche Entscheidungen, über Verwendung von Macht, Geld und Möglichkeiten, zuerst ausreichend schlafen sollen und dass wie beim Heiligen Josef damals, die Engel in den Träumen erscheinen und den wahren und richten Weg aufzeigen. "Da Sie in Ihrem ehemaligen Pfarreien und im Seelsorgebereich so viel und weichenstellend gewirkt haben, mag Ihnen die Fürbitte des Schlafenden Josef in Ihren neuen Pfarreien auch helfen, die Wahrheit des Glaubens und der Kirche zu verkünden, die große Hoffnung der Gläubigen auf ewiges Heil zu stillen und die übergroße Liebe Gottes zu schenken", wünschte Dekan Andreas Seliger dem scheidenden Mitbruder. Am Schluss des Gottesdienstes gab es eine ganze Reihe von Grußworten um Hans-Jürgen Wiedow alles Gute und Gottes Segen zu wünschen. Pfarradministrator Dr. Dieter Jung, der bis zum Eintreffen des neuen Pfarrers Stefan Fleischmann die Leitung des Seelsorgebereichs "Hofer Land" inne hat, stimmte zunächst Peter Kreuder's großen Abschiedsschlager nach Johann Strauß "Sag beim Abschied leise Servus" an. Dr. Dieter Jung würdigte das hervorragende priesterliche Wirken von Hans-Jürgen Wiedow. Der scheidende Priester habe Sakramente gespendet, das Wort Gottes verkündet, Menschen in den Pfarreien zusammengeführt und einen großen Beitrag für eine Kirche der Zukunft geleistet. Es sei vieles vorangekommen: Gut bestellte Pfarreien, und Gläubige, die mündig sind, den Glauben zu leben. Da Hans- Jürgen Wiedow gerne Weihrauch macht, bekam er als Abschiedsgeschenk der Pfarrei ein kleines Weihrauchfass mit verschiedenen Sorten von Weihrauchkörnern. Dekan Günter Saalfrank von der evangelischen Kirchengemeinde und Ökumenebeauftragter Pfarrer Hans- Jürgen Konrad von der evangelischen St. Johannes-Gemeinde bedankten sich für die hervorragende Zusammenarbeit mit ihrem katholischen Amtsbruder. Es sei ein unkompliziertes, vertrauensvolles Miteinander gewesen, sagte Dekan Günter Saalfrank. Pfarrer Hans- Jürgen Konrad erinnerte u.a. an die gemeinsame "Geschenkbaumaktion", die insbesondere "der Tafel" und Obdachlosen zugutekam und an vielen weiteren gemeinnützige Aktivitäten die Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow unterstützte. Landrat Dr. Oliver Bär zollte dem scheidenden Priester Dank für die gute Zusammenarbeit. Der Landrat lobte die Art seines Umgangs mit den Menschen. Insbesondere der Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden sei ihm immer ein Herzensanliegen gewesen. "Unsere Kirchen brauchen Nachwuchs!", betonte Dr. Oliver Bär. Erste Bürgermeisterin der Stadt Hof, Eva Döhla, sagte, als Pfarrer müsse man sich heute auf vielen Ebenen bewegen können um der Fülle der Aufgaben gerecht zu werden. Neben der Seelsorge seien auch Qualitäten als Manager und Kommunikator gefragt. Außerdem hätte die Pandemie den Kirchen und der Seelsorge Zusätzliches abverlangt. "Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krisenzeit, in dem Sie den Menschen zuhörten, sich deren Anliegen annahmen und je nach Pandemie-Vorschriften eine Teilnahme am gottesdienstlichen Leben ermöglichten!" freute sich das Stadtoberhaupt. "Wir haben beide dasselbe Ziel vor Augen: Sie als Vertreter der Kirche und ich als Vertreterin der Stadt. Wir wollen, dass es den Menschen in unserer Stadt gut geht und dass hier den Kirchen – beider Konfessionen – eine große Rolle zukommt, ist unbestritten. Kirchen sind ein Teil unserer Stadt und prägen das Gesicht Hofs nicht nur optisch, sondern auch als Gestalter des Miteinanders. Hier hatten Sie einen wesentlichen Anteil, und dafür möchte ich Ihnen im Namen der Hoferinnen und Hofer, und natürlich im Namen des gesamten Stadtrates, herzlich danken. Abschließend zitierte Eva Döhla Psalm 91,11 den sie Pfarrer Wiedow auf den Weg mitgeben möchte: "Denn er befiehlt seinen Engeln dich zu behüten auf all deinen Wegen." Selbstverständlich folgten auch Grußworte aus dem kirchlichen Bereich für ihren Pfarrer, unter anderem von der Seelsorgebereichsvorsitzenden Manuela Kolbe, von Anne Gehrling-Fritsch von der KAB, von PGR-Vorsitzenden von Bernhard Lichtenberg Markus Reinisch. Der einheitliche Tenor, wie es zum Beispiel Markus Reinisch formulierte, lautete: "Dein Weitblick und deine Tatkraft haben viele Projekte Wirklichkeit werden lassen. Du hast den Zusammenschluss zur Pfarrei "Bernhard Lichtenberg" vorangetrieben und viele andere Prozesse in den Gremien. Wir danken dir für alles, was du in der Pfarrei für die Menschen geleistet hast, wo du seelsorgerlich da warst!" Nach diesem Festgottesdienst war eine Begegnung im Pfarrzentrum und Pfarrgarten mit Hans-Jürgen Wiedow. Die Jugendband "BELIEVE" und die Pius-Band spielten für ihren scheidenden Pfarrer und zur Freude der Anwesenden auf. Immer wieder war von der Pius-Band umgetextet der "Freddy-Schlager" zu hören: "HaJu komm bald wieder, bald wieder nach Hof!"