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Sel. Bernhard Lichtenberg Gedenktag in Hof und Berlin

Bernhard Lichtenberg
Datum:
Veröffentlicht: 29.10.24
Von:
Stefan Fleischmann
Herzliche Einladung an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Am 5. November jährt sich der Todestag von Bernhard Lichtenberg. „Ich werde meinem Gewissen folgen“, so war sein Lebensmotto. Mit der Zusammenlegung der katholischen Gemeinden in Hof wurde er vor einigen Jahren zum Pfarrpatron gewählt. Aus diesem Anlass findet am kommenden Sonntag, 03. November 2024 um 10.00 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Marien ein festlicher Gottesdienst statt. Vorsteher und Prediger ist Prof. Wolfgang Klausnitzer, Bamberger Domkapitular und Rektor der Hochschule in Heiligenkreuz.  Des Weiteren wird am Dienstag, 05.11.2024 um 9.00 Uhr in St. Marien ein Gottesdienst angeboten, der als Auftakt für die Wallfahrt nach Berlin gilt. Anschließend wird eine kleine Gruppe mit Pfarrer Stefan Fleischmann und Gemeindereferentin Mechthild Fröh aufbrechen und an den Feierlichkeiten in Berlin teilnehmen. Um 17.45 Uhr ist Abendgebet in der St. Piuskirche und Segen mit der Reliquie, anschl. Eucharistiefeier.

Erfahrungsbericht (v. Pfr. Stefan Fleischmann) 

Ich begab mich vor einigen Jahren auf Spurensuche, denn ich wollte mehr wissen über den Sel. Bernhard Lichtenberg (1875-1943). Es war mir ein inneres Bedürfnis, seinen Lebensweg nachzuspüren: was er tat und für wen er seine Stimme erhob. Vor allem das Gebet am Grab und in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin waren ein Herzensanliegen.

Am Vorabend seines Gedenktages am 5. November bekam ich Einblick in die Gefangenenakte (1941-1943) des Seligen. Dabei wurde ich vom Diözesanarchivar in den Keller geführt. Ich war erstaunt und erschüttert zugleich: Minutiös hatte der Staatsapparat alles dokumentiert und festgehalten: seine Anträge, seine Besuche, seine Briefe, seinen Lebenslauf, u. v. m.

Sein letzter Brief! Bernhard Lichtenberg schrieb ihn am 27. September 1943:

„Wenn ich von hier aus die letzten zwei Jahre überblicke, will und muss ich Gott aus ganzer Seele danken, auch allen, die Seinen heiligen Willen an mir zur Ausführung brachten. Es ist mein fester Entschluss, die Exerzitienvorsätze mit Gottes Hilfe zur Ausführung zu bringen, die ich vor Jahren nach den dreißigtätigen Exerzitien gefasst habe, nämlich:

• Ich will alles, was mir widerfährt, Freudiges und Schmerzliches, Erhebendes und Niederdrückendes, im Lichte der Ewigkeit ansehen.

• Ich will meine Seele besitzen in meiner Geduld.

• Ich will in keinem Gedanken, in keinem Worte und in keinem Werk sündigen.

• Ich will alles aus Liebe tun und alles aus Liebe leiden.

• Ich habe noch Lebensmut für 20 Jahre, aber wenn der liebe Gott will, dass ich noch heute sterben, so soll sein heiliger Wille geschehen.“

Ein bewegender Moment, diese Zeilen zu lesen. Denn wenige Wochen später – 05.11.1943 – starb Bernhard Lichtenberg auf dem Weg von Berlin nach Dachau; zu schwach für den Transport ins KZ musste er ins Hofer Krankenhaus gebracht werden. „Ich werde meinem Gewissen folgen“: Seine entschiedene Haltung hat er mit dem Leben bezahlt.