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Sisi – ein Leben nicht wie im Film

KDFB, Vortrag Sissi
Datum:
Veröffentlicht: 20.11.18
Von:
Sieglinde Palitza

Wer war Sisi, Kaiserin von Österreich wirklich? Dieser Frage spürte Christine Lorenz beim Frauenbundsvortrag nach. Die Auswertung zahlreicher Quellen eröffnete eine unerwartete Sicht auf das Leben der in erster Linie durch Spielfilme als wunderschöne, lebenslustige und Frohsinn verbreitenden Frau. Sisi war wohl unglücklich in ihrer Ehe mit Kaiser Franz Josef, sträubte sich gegen das Hofzeremoniell und interessierte sich, außer für die Lage in Ungarn, nicht für Politik.
Nur zu ihrer jüngsten Tochter hatte sie mütterliche Gefühle und ein gutes Verhältnis, ihre beiden älteren Kinder, Tochter und Sohn, „hatten keine Mutter“. Es gibt sehr wenige, nicht retuschierte Bilder von ihr, die sie mit extrem schlanker Taille ( 50 cm) und sehr langem Haar zeigen, selbst von ihrer Hochzeit und ihrer Silberhochzeit es kaum Bilder. Sie war nicht religiös, eher liberal, und liebte die Bewegung in der Natur und ganz speziell das Reiten. Sie soll sogar die beste Reiterin ihrer Zeit gewesen sein und wurde „Frau Ritter Blaubart“ genannt. Eine Extremerfahrung machte sie freiwillig, als sie sich an einen Schiffsmast binden ließ, um auf See einen Sturm zu erleben.
Die Affären des Ehemannes und nicht bestätigte eigene Beziehungen zu anderen Männern ließen eine unbeschwerte, harmonische Ehe nicht zu.
Sie fühlte sich zum Dichter Heinrich Heine hingezogen und verfasste selbst zahlreiche Texte in seinem Stil, die zum Teil die verzweifelte Situation Sisis erahnen lassen.
Der sehr intensive, persönliche und emotionale Vortrag nahm die gut 40 Zuhörerinnen und Zuhörer mit in eine Lebenswirklichkeit, die man heute wohl als goldenen Käfig bezeichnen würde und die stark an aktuelle Schicksale in der Welt der Schönen und Reichen erinnert.

Sieglinde Palitza

KDFB, Vortrag Sissi