Stimmen zum Pastoralkonzept


Am vergangenen Sonntag wurde das Pastoralkonzept im Rahmen eines feierlichen Abendlobs in der Hofer Konradskirche an verschiedenen Vertreter von Gremien und Einrichtungen im SSB Hofer Land übergeben.
Predigt von Pfarrer Stefan Fleischmann
Liebe Schwestern und Brüder,
wie soll es weitergehen mit unserer Kirche? Welche Schwerpunkte wollen wir in unserem Seelsorgebereich setzen? Wie können wir den Menschen in den Grundvollzügen der Kirche nahe sein und bleiben? Ich freue mich sehr, dass in unseren Gemeinden großes Interesse besteht, diesen Fragen nachzugehen. Das vorliegende Pastoralkonzept für den Seelsorgebereich Hofer Land gibt eine sehr wertvolle Antwort darauf.
Erzbischof Ludwig Schick schreibt am 26. Oktober 2022 an den leitenden Pfarrer: „Einen herzlichen Gruß aus Bamberg sende ich Ihnen, den ich auch an das Pastoralteam, die Ehrenamtlichen und die Gremien weiterzugeben bitte. Ich schreibe Ihnen heute, um meine Anerkennung und meinen großen Dank für die Erstellung Ihres Pastoralkonzeptes auszusprechen. Ich bin begeistert, den Sie und Ihr Team gezeigt haben. Sie haben sich viel Arbeit und Mühe gemacht, um Ihr Pastoralkonzept zu erstellen.“ Von Herzen gebe ich diesen Dank in besonderer Weise an die Mitglieder der AG Pastoralkonzept weiter.
Manche werden vielleicht sagen: „Papier ist geduldig!“ Andere werden meinen: „Nicht noch ein Papier!“ Oder: „Es lief doch bisher ganz gut. Wozu ein Pastoralkonzept?“ Die Veränderung von Strukturen, aber vor allem die gesellschaftlichen Veränderungen und kirchlichen Realitäten stellen manches auf den Kopf oder zumindest in Frage! Das Pastoralkonzept möchte in den kommenden Jahren Richtschnur und Orientierung für das pastorale Handeln im Seelsorgebereich Hofer Land geben und diesen weiter mit Leben erfüllen. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir deshalb das Pastoralkonzept in unseren Gemeinden weiter vorstellen und miteinander ins Gespräch kommen. Dabei darf uns bewusst sein: Wir sind miteinander auf den Weg gestellt – mit den Ressourcen und Möglichkeiten, die uns als Getaufte, als Haupt- und Ehrenamtliche, gegeben sind. Und wir sind eine lernende und hörende Weggemeinschaft in der Gewissheit, dass Jesus Christus selbst bei uns ist und mit uns geht. Wohin er uns als Kirche führt, wissen wir letztlich nicht! Wir brauchen aber keine Angst zu haben, sondern dürfen vertrauen, und so uns etwas zutrauen und uns IHM anvertrauen.
Wie in den vergangenen Jahren werden uns auch in Zukunft Weggabelungen und somit Entscheidungsprozesse in Verwaltung und Pastoral nicht erspart bleiben. Haltungen wie Bewahren und Erhalten, Entwickeln und Gestalten gehören genauso dazu, wie Abschiede einzuüben und zu begehen, um sich den veränderten Gegebenheiten anzupassen – auch in Verantwortung gegenüber den Glaubenden nach uns.
Auf dem Pastoralkonzept ist eine Grafik zu sehen und das Logo unseres Seelsorgebereiches „Hofer Land“. Sehr bunt und facettenreich, faszinierend und einladend. So soll auch unser Seelsorgebereich mit den vielfältigen Gemeinden sein: Er möge eine große Ausstrahlungskraft haben – als Zeichen der Gegenwart Gottes in dieser Welt. Die gemeinsame Wallfahrt nach Marienweiher am 1.5.2023 soll ebenso dazu beitragen, unseren Glauben zu stärken und zu feiern und die Kirche, die durch Menschen für Menschen wirkt, sichtbar und erfahrbar zu machen. Amen.
Statement von Markus Reinisch, stellvertretender Vorsitzender des SSB-Rates
Als ich das Pastoralkonzept zum ersten Mal in den Händen hielt und durchblätterte, dachte ich: ganz schön wissenschaftlich, mit vielen Fußnoten, Bezugnahmen auf Enzyklika, Pastoraltheologie. Beim ersten gründlichen Lesen dann und bei den mittlerweile zahlreichen Gesprächen darüber wurde mir klar: es kann, soll und muss natürlich konkret werden und auf die Praxis in unserem SSB sowie die einzelnen Gemeinden hin heruntergebrochen werden – doch es liegt an uns, inwieweit es nicht theoretisch verbleibt, sondern mit Leben vor Ort gefüllt wird. Dazu sind meiner Einschätzung nach zwei wesentliche Dinge wichtig:
1) Begegnungen: wir müssen uns im gesamten SSB auf Augenhöhe begegnen, es ist nötig, uns weiterhin näher kennen zu lernen, uns ohne Scheuklappen darüber auszutauschen, was machbar ist und was nicht, was den darin formulierten Ansprüchen dienlich ist und wovon wir uns auch getrost verabschieden können. Begegnungen finden auf verschiedenen Ebenen statt, z.B. in Gremien, bei Festen oder in Gottesdiensten, eine erste größere Begegnung ist mit der Sternwallfahrt am 1. Mai geplant. Die Kommunikation und Darstellung nach außen über verschiedene Kanäle hier spielt im Vorfeld der Begegnungen eine wesentliche Rolle. Im SSB-Rat haben wir da in einer ersten Sitzung bereits vorgefühlt und uns ehrlich ausgetauscht, auch darüber, was noch nicht so gut läuft.
2) Die Glaubenswirklichkeit ernst nehmen: Was bewegt die Menschen vor Ort? Wie geht es ihnen in Krisenzeiten? Welche Nöte und Ängste nehmen wir wahr? Warum wenden sich Menschen von der Kirche ab? Dies sind nur einige Fragen, die wir uns stellen müssen, wenn wir die auf die Lebens- und Glaubenswirklichkeit der Menschen in unserem SSB schauen und ihnen nah sein wollen. Es gilt also, „den Glauben aus dem Privaten zu holen“, wie es Pfr. Flesichmann treffend für den Bericht in der Frankenpost zusammenfasste.
Wenn es uns gelingt, mit unseren Talenten, Charismen und unserem Einsatz Menschen zu begeistern, Ehrenamtliche zu gewinnen für den gemeinsamen Dienst am Menschen im Sinne der Botschaft Jesu, dann haben wir das Papier bereits etwas mit Leben gefüllt. Das wünsche ich uns, unserem SSB, dafür setzen wir uns ein und dafür beten wir – nicht nur heute.

