Studienfahrt des Kath. Frauenbundes, St. Konrad

Kloster Oberzell und St. Ludwig, Wipfeld

Am Samstag, 17.09.2011,pünktlich um 7.30 Uhr, startete derKath. Frauenbund zu seinertraditionellen Studienfahrt. Diesmal war das Ziel Kloster Oberzell und St. Ludwig, Wipfeld. Begleitetwurden wir von unserem Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow.
Oberzell ist das Mutterhausder Oberzeller Franziskanerinnen, die über 50 Jahre in St. Konrad segensreichgewirkt haben. In Oberzell wurden wir von Schwester Katharina Ganz empfangen,die eine interessante Einführung in die Geschichte der Kirche St. Michael gab.Sie informierte unsere Gruppe weiterhin über die Geschichte des Ordens und denLebenslauf der Gründerin Antonia Werr.
Das Kloster wurde bereits 1130von den Prämonstratensern gegründet. Durch die Säkularisation 1802/03 kam es zueiner Zerschlagung des Besitzes sowieeinigen Besitzerwechseln. 1817 wurden die Gebäude von Koenig und Bauer zurErrichtung einer Druckmaschinenfabrik erworben. 1855 eröffnete die Würzburgerin Antonia Werr eine „Anstaltzur Besserung verwahrloster Personen, insbesondere entlassener Sträflinge desweiblichen Geschlechts“ auf dem Gelände. 1863 schloss sich Antonia Werr demDritten Orden des hl. Franziskus an. Nachdem für die Firma Koenig und Bauer dasAreal für die Fabrik zu klein wurde, bezog diese auf der gegenüberliegendenMainseite neue Gebäude. Die Schwesterngemeinschaft konnte 1901 die Klostergebäude erwerben undin den kommenden Jahren weiter ausbauen.
Nach einem Gebet und einemLied stiegen wir in die Krypta hinunter, um die Gruften der Schwestern zubesuchen. Bei den in den letzten Jahren in St. Konrad tätigen Schwestern,Schwester Blandine, Schwester Irmingard und Schwester Cherubine legten wir eineRose nieder.
Nach dem Mittagessen, das im Gästespeisesaal des Klosters eingenommenwurde, zeigte Schwester Katharina noch das berühmte Treppenhaus imHauptgebäude. Das 1760 vollendete Treppenhaus ist reichhaltig mitStuckplastiken und einem bemalten Deckengewölbe ausgestattet. Durch den sehenswertenKräutergarten, den die Schwestern hegen und pflegen, verließen wir das Kloster,um mit unserem Bus in Richtung St. Ludwig abzureisen. Um St. Ludwig zuerreichen, überquerten wir zusammen mit dem Bus den Main mit der Personen- undAutofähre.
Dort wurden wir sehr herzlich von Schwester Eleonore empfangen,die uns in die Kirche führte. Schwester Agnella erklärte uns dann dieKlosterkirche zur hl. Familie. Die Kirche wurde von den Benediktinern aus St.Ottilien Anfang des 20. Jahrhundertszusammen mit dem Internat und denKlosteranlagen erbaut. 1963 übernahmen die Oberzeller Franziskanerinnen dieGebäude und bauten sie weiter aus.
Nach einem Lied und einemGebet besichtigten wir dann das „Antonia-Werr-Zentrum“. Dieses ist eineheilpädagogisch-therapeutische Einrichtung und ein heilsamer und kraftvollerOrt, an dem Mädchen und junge Frauen gesunden können. Die Frauen können dort ihre schulische Ausbildung zuEnde machen sowie auch eine Ausbildung in den Berufszweigen Hauswirtschaft,Damenschneiderin und Gartenbau absolvieren. Das Ziel ist, diesen jungenMenschen zu einem Ausbildungsabschluss zu verhelfen, der ihre beruflicheZukunft sichern kann. Die Leiterin ist Schwester Agnella Kestler.
Nach Kaffee und Kuchen, dervon Schülerinnen der Hauswirtschaft hergestellt wurde und die uns auchbewirteten, fuhren wir nach Würgau, wo Herr Pfarrer Wiedow mit uns in der St.Andreas Kirche einen Gottesdienst feierte. Danke, Herr Pfarrer.
Nach der Messe wurde imGasthof „Hartmann“ noch eine ordentliche Abendbrotzeit eingenommen und 46Personen traten nach diesem ereignisreichen Tag, der uns allen viele Eindrückebeschert hatte, die Heimfahrt an.
Verena Krauß