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„Türen öffnen, Licht verbreiten“ -Festgottesdienst zum Abschluss des Jubiläumsjahres „70 Jahre St. Konrad

Kirchweihjubiläum
Datum:
Veröffentlicht: 14.10.24
Von:
Bernhard Kuhn

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres 2024 fand ein Festgottesdienst zum Kirchweihfest „70 Jahre St. Konrad" statt, den Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann zusammen mit Pfarrvikar P. Werner Holter SJ, Pfarrvikar Holger Fiedler, und dem ehemaligen Pfarrer von St. Konrad Hans-Jürgen Wiedow zelebrierte, und der vom Bamberger Domchor mit Katharina Aqua an der Orgel musikalisch umrahmt wurde.

„Türen öffnen, Licht verbreiten“. Unter diesem Motto sind die Kirchengemeinde St. Konrad, die Kindertagesstätte St. Konrad und der Frauenbund mit dem Eröffnungsgottesdienst am 21.04.2024 in das Jubiläumsjahr 2024 gestartet. Und dieser hoffnungsvoll leuchtende Gedanke, den der versierte Hofer Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer getextet und komponiert hat, zog sich wie ein rotes Band durch das Jubiläumsjahr und durch die Festgottesdienste. Abwechselnd mit der Gemeinde brachte der Bamberger Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Vinzent Heizer als Eingangslied diese musikalische Kostbarkeit zu Gehör. Der Bamberger Domchor, der dankenswertweise nach Hof gekommen ist, ist einer der wenigen noch bestehenden reinen Knabenchöre: Jungen singen die Oberstimmen, Bass und Tenor übernehmen Männer. So sangen sie sich in Hof in die Herzen der vielen Gottesdienstbesucher mit Stücken aus dem Ordinarium "Missa brevis in B" von Christopher Tambling, mit Motetten aus dem 269. Psalm von Peter Planyawski und "Rejoice in die lord alway" von George Rathbone, sowie im Wechselgesang mit der Gemeinde u.a. bei dem meistgesungenen Kirchweihlied "Ein Haus voll Glorie schauet", von Joseph Mohr.

Pastoralreferent Sebastian König, der Koordinator des Jubiläumsjahres hatte die ehrenvolle Aufgabe die Kirchenbesucher zu begrüßen. König begrüßte den Bamberger Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Vincent Heizer sowie u.a. Bürgermeisterin Angela Bier als Stellvertreterin von Oberbürgermeisterin Eva Döhla, den ehemaligen Hofer OB Dr. Harald Fichtner, in ökumenischer Verbundenheit Pfarrerin Nicola Aller in Vertretung für Dekan Andreas Müller und Pfarrer Michael Grell aus Köditz. Weiter begrüßte König die Gemeindereferentin Lisa-Maria Eberhard, die viele Jahre in Hof tätig war, sowie Kirchenpfleger Konrad Müller und die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elisabeth Ruhwedel aus Bad Neustadt , die aus einer von 80 angeschrieben "Konradsgemeinden" gekommen waren. And "Last, but not least" den ehemalig Leitenden Pfarrer von St. Konrad Hans-Jürgen Wiedow, der auch den Seelsorgebereich Hofer Land mitgeprägt und in vielen Bereichen in die Zukunft geführt hat.

Mit Spannung erwartet wurde eine Dialogpredigt vom Leitenden Pfarrer Stefan Fleischmann und seinem Vorgänger Hans-Jürgen Wiedow. Bezugnehmend auf das Sonntagsevangelium meinte Stefan Fleischmann:

„Wenn wir auf den Mann im heutigen Evangelium blicken, der Jesus fragt, was er tun müsse, um das ewige Leben zu gewinnen und die Antwort Jesu dazu hören, dann können wir gut nachvollziehen, wie es diesem Menschen geht, der auf seinen ganzen Besitz verzichten soll. Vergessen wir dabei die Ausgangsfrage nicht :Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Man könnte auch sagen, Was muss ich tun, damit mir mein Leben gelingt?“ „Stefan und ich haben uns überlegt, dass es doch gut passt, Ihnen und euch ein wenig zu beschreiben, wie es uns ging, als er nach Hof und ich nach Hollfeld wechselte. Da stand ja auch ein Neuanfang an, musste Gewohntes aufgegeben werden, Vieles zurückgelassen werden, was einem wertvoll war, wofür das Herz schlug", fuhr Hans-Jürgen Wiedow fort. So wurde Pfarrer Stefan Fleischmann Ende April 2021 mit einem Anruf überrascht: „Hof wartet auf dich!" „Gibt es keine Alternative?" war die spontane Frage von Stefan Fleischmann. „Nein, der Erzbischof möchte, dass Du nach Hof gehst?“ Die Christusnachfolge, das Versprechen zum Gehorsam wird bei jedem Stellenwechsel auf die Probe gestellt: Loslassenmüssen von Vertrautem, einschließlich Beziehungen, die Freigebigkeit zurückzulassen ,Bücher, Möbel, ausgestattet ,gestärkt mit schönen oder anstrengenden Erfahrungen.

Nach und nach entwickelte sich in mir eine freudige Erwartung auf das nächste große Projekt „Hofer Land“ verbunden in einen neuen und fremden Lebens- und Gemeindekontext einzutauchen; es war Neugier und Interesse zugleich gefüllt mit viel Energie, aber auch Angst vor dem, was noch im Ungewissen ist, Respekt gegenüber dem, was ich in den Kirchengemeinden an Lebendigkeit vorfinde. Inmitten der Coronapandemie und den schon laufenden Umstrukturierungsprozessen im Erzbistum Bamberg haben wir uns dann nach und nach kennengelernt, abgetastet, angefreundet!" freute sich der Leitende Pfarrer. Obwohl er in Heimatnähe ist, war für Hans-Jürgen Wiedow die neue Pfarrei Hollfeld Neuland. „Am 1. September 21 war das Umzugsauto da, alles wurde eingepackt, uns in Hollfeld wieder ausgepackt", erinnert sich der Leitende Pfarrer von Hollfeld. „Neue unbekannte Menschen kamen auf mich zu, plötzlich war ich Landpfarrer, jetzt als leitender Pfarrer für 15 Kirchengemeinden zuständig. Natürlich kannte ich die meisten Ortschaften schon vom durchfahren, war es ja näher an meiner Heimat und doch ist es noch einmal ganz anders, die inneren Strukturen kennenzulernen, die Besonderheiten die jede Kirchengemeinden hat, mit ihren eigene Machtstrukturen, ihren eigene Traditionen und Ordnungen. Dazu war klar dass der Kaplan abgezogen wird, Gottesdienste mussten radikal zusammengestrichen werden, damit macht man sich keine Freunde", stellte er fest. In Bezug auf Hof reflektierte Hans-Jürgen Wiedow die Jahrzehnte in denen die Jesuiten hier segensreich wirkten, unterschiedliche Pfarrer und Kapläne, dann der Rückzug des Ordens, ein Weltpriester übernahm die Kirchengemeinden, ein großer Einschnitt. Dann die Fusion zur Pfarrei Bernhard Lichtenberg, dann der neues Seelsorgebereich Hofer Land, der Wechsel des leitenden Pfarrers, Veränderungen im pastoralen Team und vieles mehr. Als Fazit stellten die beiden Geistlichen aber fest: "Freuen wir uns also, in diesem Neuen in Freiheit und Verantwortung Kirche mit den je eigenen Charismen und Fähigkeiten zu gestalten und lebendig zu bleiben. Vertrauen wir darauf dass Gott uns auch in Veränderungen und Umbrüchen führt, er nur wirken kann, wenn wir uns öffnen für das Leben und die Zukunft – dem Himmel entgegen, darauf ist ja unsere Kirche ausgerichtet. Dann kann Leben gelingen, im privaten, in unserer Gesellschaft, in unserer Pfarrei Bernhard Lichtenberg, in unserem Seelsorgebereich Hofer Land".

Am Schluss bedankte sich Pastoralreferent Sebastian König bei allen, die mitgefeiert haben und damit den Gottesdienst so eine festliche Note verliehen, insbesondere bei Domkapellmeister Vincent Heizer und seinem Chor, und nicht zuletzt auch bei Harald Böhner aus der Kirchenverwaltung, dem Initiator dieses Festjahres. Mit einem schallenden "Te Deum- Großer Gott wir loben dich" im Wechsel von Gemeinde und Chor, wurde dieser Festgottesdienst, der allen Besuchern lange in guter Erinnerung bleiben wird, beendet. Im Pfarrsaal wurde anschließend bei Speis und Trank und guten Gesprächen weiter gefeiert.