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Vom Suchen und Finden

Datum:
Veröffentlicht: 26.6.22
Von:
Susanne Hoch

Kolping-Wallfahrt nach Italien

Nach mehreren coronabedingten Verschiebungen sollte es im vierten Anlauf endlich klappen. 23 wackere Pilger machten sich mit der Kolpingsfamilie Hof und ihrem geistlichen Reiseleiter Präses Holger Fiedler auf den Weg nach Italien.

„Sie sind katholisch? Dann sind Sie bei uns richtig!“ Als die Hotelwirtin uns mit diesen Worten in Südtirol begrüßte, wusste sie gar nicht, wie Recht sie hatte. Diese Wallfahrt würde unsere katholischen Herzen höher schlagen lassen. Was immer wir gesucht hatten – was wir auf dieser Reise fanden, beschenkte uns reich.

Aber von Anfang an: Nach mehreren coronabedingten Verschiebungen sollte es im vierten Anlauf endlich klappen. 23 wackere Pilger empfingen von Pfarrer Fleischmann in der Hofer Konradskirche den Reisesegen und machten sich dann mit der Kolpingsfamilie Hof und ihrem geistlichen Reiseleiter Präses Holger Fiedler auf den Weg nach Italien. Die erste Station war das idyllisch gelegene Maria Trens in Südtirol. Dort feierten die Kolpinger am nächsten Tag einen schönen Gottesdienst im Gedenken an den ersten Todestag ihres früheren Vorsitzenden Rudi Walchetseder. Anschließend führte uns die Reise weiter zur Abtei Praglia, wo gerade eine Hochzeit vorbereitet wurde und der probende Chor mit den engelsgleichen Stimmen eine ganz besondere Atmosphäre in die Klosterkirche zauberte. Am späten Nachmittag bezogen wir unser Quartier in Padua gegenüber der Basilica di Sant‘Antonio. Das gigantische Gotteshaus war in seiner Pracht einfach überwältigend. Bei einer Stadtführung konnten wir weitere Eindrücke von Padua gewinnen.

Mit einer Zwischenstation zum Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Madonna di San Luca auf einem Hügel über Bologna ging es weiter nach Siena. In der Basilica Cateriniana San Domenico durften wir am darauffolgenden Tag einen Gottesdienst in der Kapelle hinter dem Haupt der Hl. Katharina feiern. Bei der anschließenden Stadtführung besuchten wir zudem das Geburtshaus der Heiligen sowie den imposanten Dom und die Piazza del Campo.

Am sechsten Tag der Reise fühlten wir uns wie in ein Gemälde versetzt. Die wunderschöne toskanische Landschaft wurde ihrem Ruf mehr als gerecht. Fra Josef führte uns mit viel Freude und Humor durch das Kloster Monte Oliveto Maggiore nahe Asciano und erklärte uns die herrlichen Fresken mit Bildern aus dem Leben des Hl. Benedikts. Als Nächstes stand ein Gottesdienst in der romanischen Kirche der Abtei Sant’Antimo bei Montalcino auf dem Programm. Natürlich sollte neben dem seelischen auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Auf der Fattoria Pulcino in Montepulciano wurden wir von Cecilia und Silvia herzlich willkommen geheißen, um den berühmten Wein der Region zu verkosten und den Abend bei einem gemütlichen Essen ausklingen zu lassen.

Tags darauf fuhren wir wieder Richtung Norden. Auf dem Monte Berico oberhalb von Vicenza erwarteten uns eine beeindruckende Wallfahrtskirche sowie ein atemberaubender Panoramablick. Der Name des nächsten Ziels klang in diesen Zeiten zwar irgendwie abschreckend, der Wallfahrtsort an sich hatte aber nichts von seiner Schönheit eingebüßt: Madonna della Corona. Wie ein Schwalbennest hing die Basilika in den Felswänden des Monte Baldo über dem Etschtal.

Mit vielen Eindrücken im Gepäck traten wir am nächsten Tag die Heimreise an. In Ebbs (Tirol) feierten wir den letzten Gottesdienst und kehrten am Abend schließlich wohlbehalten nach Hof zurück.

Die Kolpingsfamilie Hof bedankt sich bei allen, die mitgefahren sind und dazu beigetragen haben, dass unsere Reisegruppe wieder zu einer Pilgerfamilie zusammengewachsen ist. Ein besonderer Dank geht an Busfahrer Stefan, der uns sicher an jedes Ziel gebracht hat, sowie an Präses Holger Fiedler für die wunderbare geistliche und geistreiche Begleitung.

Wer sich auf Wallfahrt begibt, ist ein Suchender. Wer ein Suchender ist, ist beim Hl. Antonius bekanntermaßen genau an der richtigen Stelle. Gesucht haben wir viel: verlorene Gegenstände, Wege, Parkplätze, gutes Essen, die richtigen italienischen Vokabeln, Antworten auf persönliche Fragen oder einfach eine Auszeit vom Alltag. Und so viel kann ich Ihnen verraten: Der Hl. Antonius hat geholfen!