Von Blumen und Bienen - Franz von Sales

Fastenvortrag über den heiligen Franz von Sales im Pfarrzentrum der Pfarrei „Bernhard Lichtenberg“ in Hof
Wie schon im vergangenen Jahr beschenkt Pfarrvikar Holger Fiedler auch heuer die Gläubigen mit einer wertvollen Vortragsreihe an vier Fastensonntagen: „Auf der Suche nach Spiritualität – Vier Impulse aus dem Schatz katholischer Frömmigkeit“.
Diese Überschrift erklärt der beliebte Pfarrvikar so: „Wir erleben im Moment Umbruchzeiten, manche sprechen von epochalem Wandel: Dazu gehört auch, dass in der westlichen Welt das Christentum an prägender Kraft verliert. Obwohl christlicher Glaube und Kirche als Institution in einer tiefen Krise stecken, sind Menschen, gerade auch junge Menschen auf der Suche nach Spiritualität; Menschen suchen nach dem, was Halt, Sinn, Ordnung und Ruhe gibt. In der Kirche suchen leider die wenigsten nach einem Weg, ihr geistliches Leben formen zu lassen. Dabei ist gerade die katholische Kirche reich an spirituellen Quellen. Sie hat im Lauf ihrer Geschichte einen Schatz an Frömmigkeit ansammeln dürfen, aus dem wir Heutigen und die Menschen der Zukunft reich schöpfen können.“
Holger Fiedler bezog sich bei seinem ersten Vortrag auf den heiligen Franz von Sales. Anhand ausgewählter Zitate aus Predigten und der „Philothea“ dieses Heiligen stellte ihn der Pfarrvikar als reichen Impulsgeber vor, der aufzeigt, wie geistliches Leben funktionieren kann: „Ich verwende bewusst diesen technischen Ausdruck funktioniert, weil gerade bei Franz von Sales eine Systematik vorliegt, wie eine Seele den Weg zu Gott finden kann, sagte der Redner. Wenn man sich erst einmal die Sprache des 16./17. Jahrhunderts eingelesen hat, erschließen sich durch den Heiligen Bischof ganz praktische Anleitungen, wie geistliches Leben aufgebaut werden und gelingen kann.“
Dass Spiritualität zum individuellen Leben des Einzelnen passen darf, verdeutlicht ein Zitat des Heiligen: „Die Bienen … entnehmen den Blumen Honig, ohne ihnen zu schaden; sie bleiben frisch und unversehrt, so erklärt sich auch die Überschrift dieses 1.Vortrags. Die echte Frömmigkeit schade keinem Beruf und keiner Arbeit", fuhr der Referent fort, im Gegenteil, sie gäbe ihnen Glanz und Schönheit. Franz von Sales mache Mut, dass in jedem suchenden Menschen auch die Fähigkeit steckt, eine ganz individuelle Gestaltung der Frömmigkeit, eine ganz eigene Spiritualität zu entwickeln, die das Leben nie einengt oder zerstört, sondern immer befruchtet und aufbaut.
Pfarrvikar Fiedler spannte einen weiten Bogen: von der Biographie des Franz von Sales über den Calvinismus, der auf seinem Bischofsgebiet verbreitet war, bis hin zu einer Einführung in die Philothea; dieses Büchlein gehört zu den „Top Ten“ geistlicher Literatur. Mit einer kleinen Lektüre aus dem ersten Kapitel dieses Standardwerkes wurde den Zuhörenden Geschmack gemacht, sich selber mit der Philothea des Franz von Sales zu beschäftigen. Die Teilnehmer bedankten sich bei Holger Fiedler für die wertvollen Impulse und freuen sich schon auf seinen nächsten Vortrag aus dieser Reihe.