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Was hält Menschen noch in der Kirche? (2. Teil)

Collage
Datum:
Veröffentlicht: 4.2.22
Von:
Bernhard Kuhn
Hier folgen weitere mutmachende Worte von Menschen, die sich in der Kirche engagieren...
Heinz Hahn

Heinz Hahn schreibt: Man kann trotz aller Widrigkeiten eine Zukunft für Glaube und Kirche vor allem in den Gemeinden vor Ort sehen und spüren, denn in unruhigen Zeiten bietet christliches Gedankengut Orientierung. Ich bin mit den Ritualen der katholischen Kirche aufgewachsen. Ich genieße die Gemeinschaft. In der Kirche finde ich Ruhe und auch zu mir selbst - hier kann ich den Alltag mit Abstand betrachten. Kirchliche Musik und Kunst vieler Jahrhunderte sind bis heute prägende Kräfte unserer Kultur; in der Kirche wird dieses Erbe gepflegt. Gleichzeitig entstehen in der Auseinandersetzung mit dem Glauben immer neue zeitgenössische Kunstwerke und Lieder.

Wer sagt, er brauche keine Kirche, muss auch begründen, was realistisch an ihre Stelle treten kann. Kirchenaustritte können ein wichtiges Druckmittel sein, eine kurz- oder mittelfristige Lösung sind sie jedoch nicht. Aus dem christlichen Glauben ergeben sich Werte, die für ein verantwortungsbewusstes Leben wichtig sind.

Die Kirche begleitet mich an wichtigen Stationen in meinem persönlichen Leben z.B. Taufe, Erstkommunion, Firmung. Hier wurde und werde ich an das erinnert, was wirklich wichtig ist im Leben: An Gottes Liebe und seinen Segen.

Heinz Hahn, Beamter, ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Pfarrei Schwarzenstein/ Schwarzenbach-St. Josef

 

Daniela und Johannes Albert beziehen sich auf das Christus Bekenntnis des Petrus

Ich würde auf gar keinen Fall aus der kath. Kirche austreten, denn auf das Christus Bekenntnis des Petrus sagt Jesus "Du bist Petrus (der Fels) und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen" (Mt 16, 18), darum ist es für mich selbstverständlich in der Kirche die Christus selbst gestiftet und auf dem Felsen Petri gebaut hat zu bleiben und all die Schwachheit und den "Schmutz in der Kirche" (Kardinal Ratzinger beim Kreuzweg 2005 in Rom) auszuhalten, zu ertragen und im Gebet mitzutragen.

Johannes Albert 31 Jahre, Lektor, gelegentlich Ministrant, Hilfe bei anfallenden handwerklichen Aufgaben

"Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens" (Joh 6, 68) - Für mich ist der katholische Glaube der einzig gangbare Lebensweg. Nur im Glauben an den lebendigen Gott kann ich Hoffnung, Trost und Liebe erfahren, um in dieser Welt zu bestehen. Besonders in der Gegenwart Gottes im hl. Sakrament der Eucharistie kann ich tiefen Frieden und innere Freude finden. Niemand kennt und versteht mich so gut wie er es tut.

Daniela Albert 28 Jahre, Mithilfe bei der Dekoration der Kirche im Jahreskreis

 

Jürgen Nowakowitz sagt:

Die Verfehlungen sind nicht gut zu heißen. Menschen sind nicht fehlerfrei. Wir dürfen aber nicht die Priester übersehen, die für den Glauben eingetreten sind und viel Gutes getan haben. Einige stellvertretend dafür sind der Dompropst Bernhard Lichtenberg, Pater Rupert Mayer, Pater Johannes Leppich, genannt das Maschinengewehr Gottes, Reserl von Konnersreuth, Thérèse von Lisieux, Edith Stein, Gesellenvater Adolph Kolping und wie sie alle heißen. Diese Leute sind für mich Vorbilder, und ich sehe keinen Grund der Kirche den Rücken zu kehren.

Jürgen Nowakowitz, ehemaliger Senatsfahrer, ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Pfarrei "Verklärung Christi" in Naila


Veronica Grob meint zu diesem Thema:

Es gibt viele Gründe, die für die Kirche sprechen, ich aber nicht alle aufzählen und begründen werde, für mich gibt es einenausschlaggebenden Grund. Ich habe mich verliebt in die Liebe und diese Liebe ist Gott. er hat sich aus Liebe zu seiner Braut, der Kirche, am Kreuz das Herz öffnen lassen. Er hat sich in diesem Moment vollkommen seiner Braut hingegeben, um ihre Sünden vor Gott wieder gut zu machen. Dieser Liebe möchte ich nahe sein, so dass ich mit Petrus nur fragen kann, Herr, wohin sollen wir (sonst) gehen? Allein in der heiligen katholischen Kirche, können wir Gott, in den Sakramenten, auf die innigste und intimste Weise begegnen. "Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!"

Veronica Grob, Ergotherapeutin, ehrenamtlich in der Katechese tätig

 

Markus Reinisch freut sich über die engagierten Christen in seiner Pfarrei :

Was mich dennoch in der Kirche hält, sind die vielfältigen positiven Erfahrungen vor Ort: mit den engagierten Christen in der Pfarrgemeinde, die Verantwortung übernehmen und auf vielen Feldern Gutes leisten. Mit einer Institution Kirche, die trotz aller Schwächen und Fehler vorbildliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Die mit ihrem Einsatz und ihrer Vernetzung zu den Ehrenamtlichen den Wert von Kirche tagtäglich sichtbar machen. Gerade in der Gremienarbeit sehe ich: jeder ist willkommen Jung und Alt, kann sich mit seinen Charismen einbringen, um Teil des „Volkes Gottes“ vor Ort zu sein. Der gesellschaftliche Wert der Institution Kirche verliert durch die furchtbaren Taten Einzelner sicher an Ansehen, im Kern wird er durch die Mehrheit engagierter Menschen jedoch auf Dauer nicht einbrechen. Das vorbildhafte, gute Wirken aller im Sinne Jesu und für den Mitmenschen wird auch in Zukunft von Haupt- und Ehrenamtlichen in enger Verbindung mitgetragen. Jetzt vielleicht, indem man noch enger, ehrlicher, selbstkritisch und so auch offener für Kritik miteinander in die schwere Zeit geht.

Markus Reinisch, 43, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von „Bernhard Lichtenberg“ in Hof 

 

Daniel Katzenberger meint:

Ich werde nicht aus der Kirche austreten weil: Es ohne Glaube keine Hoffnung gibt. Weil es ohne Priester keinen Glauben und neue Kraft gibt und weil man wegen Fehler einzelner nicht der gesamten katholischen Kirche die Schuld geben kann.

Daniel Katzenberger, Kraftfahrer, ehrenamtlicher Helfer in der Pfarrei "Verklärung Christi" in Naila

 

Ja, wir lieben unsere Kirche von ganzem Herzen und stehen ihr treu zur Seite!

Daniela und Johannes Albert mit Töchterlein Miriam
Jürgen Nowakowitz
Veronica Groh
Markus Reinisch
Daniel Katzenberger