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Weihnachtliche Impressionen aus unserer Pfarrei

Datum:
Veröffentlicht: 26.12.20
Von:
Susanne Hoch

Die Pfarrei Bernhard Lichtenberg feiert Weihnachten - in diesem Jahr etwas anders als sonst: mit Einlasskarten und FFP2-Masken, aber ohne Gemeindegesang in ungewohnt spärlich bestzten Gotteshäusern oder gar draußen vor dem Caritas-Seniorenheim, weil es drinnen nicht möglich ist. Hier ein paar Eindrücke in Wort und Bild aus den verschiedenen Kirchen.

Heiliger Abend in St. Otto

Die Corona-Pandemie überschattete den Gottesdienst in St. Otto wie auch in allen anderen Gotteshäusern. Unter Wahrung zwingender Hygienevorschriften fand sich am Heiligen Abend eine dezimierte Gemeinde in der Kirche am Steinweg ein. Gemeindereferentin Beate Schmid gelang es trotz der besonderen Situation, statt der gewohnten Christmetten zurückliegender Jahre, den Gläubigen in einer das Innere bewegenden Wortgottesfeier die Botschaft der Menschwerdung Gottes in feierlicher Weise zu vermitteln.

In ihrer Ansprache kam die Gemeindereferentin auf die widrigen äußeren Umstände zu sprechen, denen sich die Heilige Familie damals gegenübersah. Das Kind, hineingeboren in kalte und harte Bedingungen. Zugleich ruhen in diesem kleinen Bündel Mensch alle Hoffnungen, alles spätere Tun und Lassen. Einzigartig und überaus kostbar. In diesem Kind kommt Gott in der heiligen Nacht zur Welt. Und die Kinder sind es, die heute im Mittelpunkt des Heiligen Abends stehen.

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht erfahren, was das Reich Gottes ist“, sagt Jesus später zu seinen Freunden. Wir alle waren einmal Kinder. Wir alle sind und bleiben Kinder, Kinder Gottes, hilflos und verletzlich. Die Weihnachtsgeschichte weiß davon und sagt: “Schutzlos tritt das Leben in die Welt, verletzlich und unendlich kostbar zugleich. Jeder Mensch, auch Jesus, vom Tag seiner Geburt im Stall, unterwegs auf der Lebensreise. Wenig können wir wirklich festhalten, Vieles müssen wir loslassen um Neues zu gewinnen, Neues wächst uns zu. Nicht nur die Eltern unseres Heilands waren unterwegs in der Fremde. Wir sind es auch: Sie und ich sind gemeint.

Die alten christlichen Mystiker haben gewusst, dass es um die Geburt des Kindes in uns selbst geht, in der Krippe unseres Herzens. Deshalb können wir Weihnachten feiern so wie wir sind, so wie uns ist. Allein zu Hause vor einer Kerze, im Kreis der Familie, manche von uns heute auch mit Grund zur Trauer, andere vergnügt und unbeschwert, andere schlicht festlich gestimmt. Der Heiland ist mitten unter uns und Gott bietet uns einen neuen Anfang. Die Freude in Bethlehem und die Freude am Leben und an allen Tagen möge erblühen und wachsen.

Das Verbot gemeindlichen Gesangs wurde dadurch ausgeglichen, indem unter Orgelbegleitung Karin Strobel und ihre Tochter Laura für eine weihnachtliche Stimmung sorgten. So wechselten sich im Gottesdienst Gebete, Gesänge und Texte ab. Am Ende der Feier durfte die „Stille Nacht, heilige Nacht“ bei abgedunkelter Kirche nicht fehlen. In der Heiligen Nacht drängt es die meisten Besucher aus Ergriffenheit über das göttliche Geschehen und die besondere weihnachtliche Atmosphäre im Gotteshaus ihre Stimmen im Gemeindegesang zu erheben. In diesem Jahr waren wir in den Kirchenbänken zum Zuhören angehalten. Zuhören, hören, das Herz öffnen durch das Hinhören müssen. Betrachten wir diese Art, die Heilige Nacht zu feiern, als eine andere, eine besondere Weise der Offenbarung der Menschwerdung Gottes.

(Ulrich Tschoepe)

Weihnachtsandacht vor dem Caritas-Seniorenheim

Auf ungewöhnliche Weise überbrachte Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow von St.Konrad den Bewohnerinnen und Bewohnern des Caritas-Seniorenheimes auf der Kolpingshöhe am ersten Weihnachtstag die Botschaft von der Geburt Christi. Coronabedingt ersetzte der Parkplatz vor dem Heim den Ambo in der Kirche. Freude unter den älteren Menschen, deren Zimmer zum Ort des Geschehens aus
gerichtet waren. Ihre Balkone dienten als Emporen. Von dort aus verfolgten die Seniorinnen und Senioren die Andacht, die über Lautsprecher bis in das oberste Stockwerk hinaufgetragen wurde. Pfarrer Wiedow richtete Grußworte nach oben und überbrachte das Weihnachtsevangelium auf gesungene Weise. Für instrumentale Klänge und einer gesungenen Weihnachtsgeschichte sorgte Familie Batz. Gebete, Fürbitten, gemeinsames Vater unser und Gesang wechselten ab. Zum Abschluss erteilte der Geistliche den weihnachtlichen Segen. Neben dem Heimpersonal, das die Andacht an der Haustür verfolgte, lockte die besondere Andacht auch Zaungäste an, für die das Geschehen eine willkommene geistliche Einkehr bedeutete. Bedauerlich für die auf der Gebäuderückseite Wohnenden. Sie hatten keine Möglichkeit zur Teilnahme an der Andacht, was zusätzlich den strengen Kontaktverboten innerhalb des Heimes geschuldet war.

(Ulrich Tschoepe)