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Weihnachts- und Neujahrsgruß

Erzbischof Herwig Gössl
Datum:
Veröffentlicht: 19.12.23
Von:
Pfarrer Stefan Fleischmann

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst des Erzbistums Bamberg,

liebe Schwestern und Brüder!

Schneller als erwartet geht ein weiteres Jahr zu Ende, und ich hätte nicht vermutet, dass ich mich erneut als Diözesanadministrator mit einem Weihnachtsgruß an Sie wenden darf. Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf das vergangene Jahr zurück. Obwohl wir uns alle eine rasche Wiederbesetzung des Erzbischöflichen Stuhles gewünscht hätten, kann ich doch sagen: Wir sind auch mit der bischofslosen Zeit zurechtgekommen. Das liegt an der Professionalität und an der Einsatzbereitschaft so vieler im kirchlichen Dienst in unserem Erzbistum. 

Ob in den großen Seelsorgebereichen mit ihrer Vielfalt an pastoralen Aufgaben oder in den unterschiedlichen Feldern der kategorialen Seelsorge, ob in der Verwaltung auf allen Ebenen, vom Erzbischöflichen Ordinariat bis hin zu den einzelnen Kirchenverwaltungen und den zentralen Pfarrbüros mit den Verwaltungsleitungen oder in den katholischen Verbänden und Vereinen, ob in den Diensten und Einrichtungen der Caritas oder im pädagogischen Bereich in unseren Kindertagesstätten und Schulen – überall dort und noch weit darüber hinaus wurde durch Haupt- und Ehrenamtliche jeden Alters hervorragende Arbeit geleistet mit viel Verstand, aber auch mit viel Herzblut. Das erleben zu dürfen macht Mut und lässt mich getrost in die Zukunft blicken.

Sicher, wir alle spüren auch sehr deutlich, dass sich die Zeiten ändern. Das gilt für die gesamte Gesellschaft, aber ebenso für unser kirchliches Leben. Es wird immer schwerer, geeignete Personen zu finden, die bereit sind, die verschiedenen Aufgaben zu übernehmen. Manches wird sich nicht in der gewohnten Weise fortsetzen lassen, ganz einfach weil uns die Menschen fehlen. Dafür können sich andere Bereiche neu auftun. Diesen Wandel zu erleben ist sicher nicht immer einfach. Es wirkt wie eine Entwertung der bisherigen Leistungen, wenn einiges nicht so weitergeführt werden kann wie bisher. Und dennoch zeigt sich Kirche genau dort als lebendig, wo sie die sich ergebenden Veränderungen konstruktiv gestaltet, ohne dabei den Kern ihrer Botschaft aufzugeben: dass Gottes Reich angebrochen ist und sich am Ende durchsetzen wird.

Wir feiern Weihnachten als Hoffnungsfest: Gott hat sich für uns Menschen ausgesprochen und sich an uns gebunden in der Menschwerdung seines Sohnes. Bei allen Veränderungen, die uns verunsichern, bleibt diese Botschaft bestehen und vermittelt uns Mut und Hoffnung. Und auch wenn wir weniger werden und unsere Organisationen kleiner, so bleiben wir dennoch als Kirche mit dieser wunderbaren Botschaft gesendet in unsere Welt, die Hoffnung so dringend nötig hat. Bei aller Endlichkeit, die wir an verschiedenen Punkten verspüren, bleibt unsere Zuversicht: Unser Leben ist durch Jesus Christus geborgen in Gott. So wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Beistand und Ermutigung für das kommende neue Jahr 2024.

Bamberg, im Advent 2023

Ihr Weihbischof

+ Herwig Gössl

Diözesanadministrator

 

aus:  Amtsblatt der Erzdiözese Bamberg