„Wer singt, betet doppelt!“ – 50 Jahre im Dienste der Kirchenmusik

Dr. Felix Dellian feiert in diesen Tagen ein großes Jubiläum – seit nunmehr 50 Jahren ist er als ehrenamtlicher Organist im Seelsorgebereich Hofer Land im Einsatz. Stellvertretender Leitender Pfarrer Dr. Jung zeichnete ihn für sein langjähriges Engagement für die katholische Gemeinde in der gut besuchten Sonntagsmesse am Christkönigstag in der Kirche St. Antonius in Oberkotzau aus.
Einst angefangen hat Dr. Dellian seinen musikalischen Werdegang auf der Zither, wechselte aber schon bald auf die Königin der Instrumente und begann das Orgelspiel in der Hofer Kirche St. Pius in der Nähe seines damaligen Wohnortes. Nach dem Umzug nach Oberkotzau setzte er seine Organistentätigkeit in St. Antonius fort. Der Oberkotzauer Gemeinde bliebt Dr. Dellian bis heute treu, entwickelte sich die Orgel im dortigen Gotteshaus ohnehin zu einem seiner Lieblingsinstrumente. Für gewöhnlich spielt der vierfache Vater, abgesehen von der Urlaubszeit, in jeder Sonntagsmesse die Orgel in St. Antonius, hinzu kommen zwei bis dreimalige Auftritte in den Kirchen der Hofer Pfarrei Bernhard Lichtenberg. Beigebracht hat sich der Facharzt für Allgemein- und Arbeitsmedizin das Orgelspiel größtenteils autodidaktisch durch Bücher wie der Orgelschule. Anleitung bekam er zudem vom früheren Organisten und Chorleiter von St. Otto in Hof, seinem Klassenkameraden Gerhard Jahn, der ihn zum Spiel auf der Kirchenorgel „verführt“ hat.
Seine Motivation, das Orgelspiel über einen solch langen Zeitraum durchgehend zu praktizieren, sieht Dr. Dellian primär in seinem katholischen Glauben begründet. „Für mich es eine Herzensaufgabe, meine Fähigkeiten als Musiker der Gemeinde zur Verfügung zu stellen und die Glaubensinhalte in klangliche Bilder zu wandeln. Das vom spätantiken Kirchenvater Augustinus geprägte Motto „Wer singt, betet doppelt!“ ist auch mein Wahlspruch“, so Dr. Dellian. „Durch meine Musik möchte ich den Gesang der Gemeinde gut begleiten und den Menschen Mut machen auf ihrem Lebensweg.“
Für Dr. Dellian, der alle Kirchenlieder im Gotteslob vom Blatt abspielen kann, zeichnet einen guten Gottesdienst aus, dass der Musik und dem gemeinschaftlichen Singen ein großer Raum gegeben wird. Er bekommt vorab das vom Pfarrer passend zur Predigt und Liturgie ausgewählte Liedgut übermittelt – meistens ca. neun bis zehn Lieder pro Gottesdienst. Während der Messe hat er aufgrund der an der Empore angebrachten Spiegel Überblick über das Geschehen im Kirchenraum und weiß daher genau, wann er seinen Einsatz zu welchem Lied in welchem Tempo beginnen muss. „Alles in allem ist das Orgelspiel eine sehr freudige und sinnstiftende Tätigkeit“, betont Dr. Dellian und richtet am Ende des Gottesdienstes den Appell an die Jugend der Gemeinde, es ihm gleich zu tun, sich ehrenamtlich kirchenmusikalisch zu engagieren und eines Tages vielleicht seine Nachfolge anzutreten.
geschrieben von Dr. Leroy


