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Wie kann Integration in Hof gelingen: ein Gespräch mit Experten

KDFB Vortrag Integration
Datum:
Veröffentlicht: 12.9.22
Von:
Sieglinde Palitza
Für interessante Informationen zum Thema Integration vor Ort konnte der Katholische Frauenbund mehrere Experten gewinnen. Es ging an diesem Abend nicht nur um Flüchtlinge aus der Ukraine, sondern um alle Menschen mit Migrationshintergrund.
KDFB Vortrag Integration

Für interessante Informationen zum Thema  Integration vor Ort konnte der Katholische Frauenbund mehrere Experten gewinnen:

  • Frau Gabriele Böttcher, Volkshochschule Hofer Land
  • Frau Dr. Katharina Bunzmann, Stadt Hof
  • Herr Dr.  Andreas Künneth, Agentur für Arbeit Bayreuth Hof
  • Frau Hülya Wunderlich, internationales Frauen- u. Mädchenzentrum Hof
  • Anne Gehrling-Fritsch, Förderlehrerin Sophienschule Hof

Es ging an diesem Abend nicht nur um Flüchtlinge aus der Ukraine, sondern um alle Menschen mit Migrationshintergrund.

Zunächst wurde durch Frau Böttcher die Frage geklärt, wie man  zu einem Sprach- bzw. Integrationskurs kommt. Der relativ hohe Anteil an Personen mit Migrationshintergrund, die zunächst einen Einstieg über Alphabetisierung benötigen, erschwert hier die Lage. Es ist ein gut funktionierendes Integrationsnetzwerk in unserer Stadt vorhanden, das gemeinsam versucht, bestmögliche Lösungen für jeden Einzelnen zu finden. Es fehlen allerdings zunehmend Deutschlehrkräfte und der immense bürokratische Aufwand ist ein Hemmschuh.

Frau Dr. Bunzmann gab überraschende Einblicke in die Struktur der Migranten: an der Hofer Bevölkerung haben Migranten etwa einen 30-prozentigen  Anteil, es leben hier 120 Nationalitäten. Die Stadt Hof hat beispielsweise ihre Aufnahmequote für Flüchtlinge aus der Ukraine zu 92 % übererfüllt. Um Kindern den Einstieg in Kinderbetreuungseinrichtungen zu erleichtern, wurden bisher 500 Familien unterstützt. Es werden Spracheinstiege angeboten, dafür steht ein Sprachmittlerpool für 10 Sprachen bereit. Gesucht werden insbesondere für Frauen Kontakte!

Anne Gehrling-Fritsch berichtete über ihre Arbeit an einer Brennpunktschule mit einen Ausländeranteil von 90% an den Schülern. Anhand von Einzelfällen wurde die Problematik dargestellt, eine echte Brücke durch möglichst individuelle Wissensvermittlung und sozialer Integration für die ganze Familie zu schlagen.

Dr. Künneth konnte aus einem reichen Erfahrungsschatz mit der beruflichen Integration von Migranten schöpfen. Schematisches Arbeiten ist unmöglich, jeder Fall ist anders und erfordert kreative Lösungen und vernetztes Arbeiten. Die Vielfalt der gesetzlichen Voraussetzungen, je nach Länderherkunft, erschwert berufliche Integration enorm.

Hülya Wunderlich verfügt über langjährige und vielfältige Erfahrung und ein riesiges Netzwerk: Integration bedeutet Anstrengung aller Beteiligten, Hilfe zur Selbsthilfe ist ihr Ansatz. Aufgrund ihrer über 30-jährigen Erfahrung, insbesondere bei der Betreuung  und Begleitung ausländischer Frauen und Mädchen, konnte sie die neuralgischen Punkte für soziale und berufliche Integration herausarbeiten.

Wie wichtig gut funktionierende  Zusammenarbeit, insbesondere mit der Integrationslotsin Frau Bärbel Uschold ist, wurde von allen Referenten/innen  betont.

Die Zuhörer/innen erlebten einen facettenreichen  Vortrag und haben einen Eindruck über die konkreten Möglichkeiten und Ergebnisse in der Stadt Hof gewinnen können.

KDFB Vortrag Integration