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Zum Abschied von PV Holger Fiedler

Holger Fiedler
Datum:
Veröffentlicht: 29.6.25
Von:
Stefan Fleischmann
Grußwort v. ltd. Pfarrer
Holger Fiedler

Grußwort

• Ein aufgeräumter Schreibtisch zu jeder Tages- und Nachtzeit als Spiegelbild der inneren Aufgeräumtheit und Gelassenheit;
• Ein Frühaufsteher der alten Schule – ansprechbar nach draußen und nach oben ab 5.00 Uhr;
• Kein Weg zu lang, keine Mühe zu viel – Gott und Mensch zusammenzuführen, Brücken zu schlagen, Einheit zu stiften.

Lieber Holger, liebe Festgemeinde,

die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, Holger Fiedler als Mensch und Seelsorger zu beschreiben, der die Eigenschaften eines guten Hirten tief im Herzen verinnerlicht hat, noch mehr: aus voller Überzeugung lebt –Tag für Tag. Du hast einmal gesagt: „Besser als tausend Worte ist aber immer das gute Beispiel eines christlichen Lebens.“ Gesprochenes Wort und gelebtes Zeugnis – beides im Einklang zu bringen sind dir ein Herzensanliegen. Das macht Dich authentisch, aus der Mitte der Eucharistie mit den Menschen aller gesellschaftlichen Schichten- gerade an den Knotenpunkten des Lebens - in Beziehung zu treten, ihnen vorbehaltlos zu begegnen und nahe zu sein. Kurzum: Du kennst und erkennst die Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten in Hof und im SSB Hofer Land, ihre Freuden und Sorgen, ihre Licht und Schattenseiten; das macht dich unverwechselbar und einmalig, zum Lobe Gottes und den Menschen zum Heil (zur Freude) zu wirken.

25 Jahre priesterlicher Dienst im Erzbistum Bamberg, davon 15 bzw. 19 Jahre in Hof in den unterschiedlichsten Rollen und vielfältigen Aufgabenstellungen, ohne aus deinem Priestersein irgendeinen eigenen Nutzen zu ziehen: Kaplan, Pfarrer, Dekan, Pfarrvikar, u. v. m. Für das Erzbistum ein Segen, für die Hofer und die gesamte Region ein Glücksfall, für das pastorale Team ein Schlüsselspieler. Ich habe großen Respekt, und denke oft darüber nach, wie Du das – ganz ohne Supervision (kleiner Scherz)– und ohne größere Blessuren hinbekommen hast. Du hast einmal gesagt: „Der Rahmen wird vom jeweiligen Amt vorgegeben, und in diesem Rahmen versuche ich ganz zu wirken. Verändert sich der Rahmen, verändert sich auch das Arbeiten. Es gehört für mich zur Professionalität als Priester, auf den Rahmen zu achten und darin nach Kräften zu wirken.“ Neben vielen Kompetenzen, die hier nötig sind, sind dir das tägliche Gebet, der Empfang des Bußsakramentes, die geistliche Begleitung und die jährlichen Exerzitien eine große Kraftquelle. Das spürt man einfach, wer Dir begegnet. Das ist einfach so! Nicht umsonst kommen Gemeindemitglieder auf die Idee, ja es ist ihnen ein großes Anliegen, im Rahmen einer Novene für Dich zu beten und mit dir im Gebet verbunden zu bleiben. Das geistliche Leben hast du dir bewahren können –das ist heute im Kontext eines rasanten Wandels und Umbruchs und manchmal auch Abbruchs in Gesellschaft und Kirche nicht selbstverständlich!

„Ich würde wieder Priester werden, weil ich im Laufe der Jahre erfahren habe, dass Gott mich genau hier haben will. Aber ohne diesen Ruf durch Gott könnte ich das nicht.“ Zitatende. Der Bischof hat dich nach Kulmbach gerufen, und du hast dich, wenngleich schweren Herzens, zur Verfügung gestellt - wie du es bei der Priesterweihe versprochen hast. Das gehört für dich zur Identität eines Priesters, Einfachheit, Gehorsam und Ehelosigkeit im Hier und Heute fruchtbar zu machen - für diese Welt in dieser konkreten Zeit.

Wir haben uns fast jeden Tag ausgetauscht, Mails geschrieben, beraten, begleitet und gestützt. Mitbruder sein habe ich so noch nie erlebt- wie hier im SSB Hofer Land. Wir wissen: Jedes Miteinander und Füreinander im Kleinen (Conveniat, im pastoralen Team, in den Räten) erzeugen immer auch eine Wirksamkeit in die Gemeinde hinein und darüber hinaus. Zum Glück bleibst Du uns im Dekanat Hof erhalten, gemeinsam an pastoralen Themen am Ball zu bleiben, sie kreativ weiter und neu zu denken. Und schließlich verbindet uns auch weiterhin der Selige Bernhard Lichtenberg, Botschafter seines Lebens, Wirkens und seiner Verehrung zu bleiben.

Lieber Holger, Vergelt`s Gott für alles. Den Samen, den du in all den Jahren zum Aufbau des Reiches Gottes mühevoll, liebevoll und leidenschaftlich in deiner Hirtensorge ausgesät aus, möge Gott wachsen und reifen lassen!

Zum Schluss: Die Nachfolgebesetzung Deiner Stelle war dir sehr wichtig; wir haben uns für diese Stelle in St. Marien (nach Stellenplan 2030) sehr eingesetzt, und manchmal sogar Bamberg damit genervt. Vor einigen Wochen kamen wir an einen Punkt, wo Du sagtest: „Wenn Bamberg keinen schickt, dann bleibe ich.“ So kennen wir Dich, Verantwortung wahrzunehmen. Nun ist eine Entscheidung im Erzbistum Bamberg getroffen worden. Mit Wirkung zum 01.09.2025 wird Christopher Helbig zum Kaplan im Kath. Seelsorgebereich Hofer Land mit Dienstsitz in Hof St. Marien ernannt. Wir freuen uns sehr über diese Ernennung, erinnert sie uns daran, dass Du vor 25 Jahren auch als junger Priester (frisch geweiht!) zum ersten Mal in Hof aufgeschlagen bist und das Herz der Menschen gewonnen hast, es zu Christus zu führen, deinem Primizspruch gemäß: „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet“

Hof, 29.06.2025
Stefan Fleischmann
Pfarrer