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Hof, Kapelle im Klinikum

Kontakt und Anfahrt

Eppenreuhter Straße 9
95032 Hof

Gottesdienstzeiten

Donnerstag
16.30 ökumenischer Gottesdienst

Die Konzeption der Kapelle

Wir befinden uns in einem Raum, der vielen Menschen zur Andacht dient. Viele kommen mit ihren persönlichen Anliegen hierher und sprechen in Stille ein Gebet oder denken einfach nach. Die künstlerische Gestaltung hatte Martin Schambach, ein Künstler, der ursprünglich aus unserer Gegend kommt. Einige meiner Gedanken zu dieser Kapelle stammen aus der Erklärung, die Martin Schambach selbst aufgeschrieben hat.

Zunächst einmal: Eine Kapelle in einem Krankenhaus ist etwas anderes als eine Kapelle in einer Stadt, einem Dorf oder in der Natur. Alle Kapellen dienen der intensiven Begegnung mit Gott, ermöglichen einen Raum der Stille, in dem Menschen sich sammeln können, um in Kontakt mit sich selbst und mit Gott zu kommen. Insofern ist auch eine Kapelle im Krankenhaus nichts anders. Aber der Kontext ist ein anderer. In den Stadt und Dorfkapellen ist ein ganz wesentlicher Punkt, dass sich hier Gemeinschaft trifft, miteinander Liturgie feiert, miteinander sich Gottes vergewissert. Hier im Krankenhaus sitzen oft Einzelne in der Kapelle mit ihren Anliegen und Fragen. Hier im Krankenhaus geht es in einer besonderen Weise um die Hinfälligkeit und Fragilität menschlichen Lebens. Hier erfahren Menschen in besonderer Weise Hoffnung und Freude, Trauer und Angst. Hier liegen diese Dimensionen sehr nahe beieinander. Das Warten auf die Diagnose, das Durchstehen von OP und Behandlung, Gefühle der Ohnmacht, weil man selbst so wenig tun kann und dem Können und Wissen anderer Menschen vertrauen muss. Aber auch die Freude, wieder geheilt nach Hause gehen zu können oder die Freude über die Geburt eines Kindes – all diese Dimensionen spielen sich Tag für Tag in den Räumen dieses Hauses ab. Überall, sehr individuell verschieden und doch vielfach.

Einiges davon spiegelt sich auch in dieser Kapelle. Was auffällt, ist, dass Holz und Glas zwei elementare Materialien sind, die hier verarbeitet wurden. Das Holz ist Eschenholz, dem seit Urzeiten eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Stelen aus Holz bilden sowohl den Altar, als auch den Ambo und den Kerzenleuchter. Die Stelen sind unterschiedlich hoch und oben nicht immer ganz eben. Sie bilden eine Gemeinschaft, aber ihre Individualität ist gut erkennbar. Sie sammeln sich im Altar um ein Kreuz aus Glas, wie Menschen sich um Jesus Christus sammeln. Vom Kreuz geht Licht aus. Das Licht Gottes, das unser Leben hell macht und in dem wir geborgen sind. Aber das Kreuz erinnert uns auch an das Kreuz Jesu: Auch  er hat gelitten, auch er fühlte sich ohnmächtig, wie viele Menschen hier im Krankenhaus. Durch das Kreuz ist er vielen Menschen nah, die gerade jetzt ihren Leidensweg gehen müssen.

Der Altar ist ein Flügelaltar. In gewissen Zeiten bleibt er geschlossen – in Zeiten, da es gilt, in sich zu schauen, sich zu sammeln. In der Advents- und Fastenzeit etwa. Und es gibt Zeiten – jetzt zum Beispiel, da wird der Altar geöffnet, damit das Licht ausstrahlen kann. Dann kann das Licht auch die Dunkelheiten unseres Lebens, die Dunkelheit, die Menschen hier im Haus erfahren, erhellen und erträglich machen. Das Glas ist aus Feuer entstanden. Es ist transzendent und damit symbolischer Mittler zwischen der greifbaren Welt und dem Geist Gottes, der sie durchdringt, so wie das Licht das Glas. Das Sakrament der Eucharistie, das wir an diesem Altar feiern, vermittelt zwischen diesen Welten ebenso wie das Wort Gottes, das am Ambo vorgetragen wird. Das Glas in beiden Objekten verdeutlicht das.

Die Wand hinter dem Altar eröffnet in diesem kleinen Raum einen Horizont. Seine Farbgestaltung setzt sich aus verschiedenen Gelb- und Rottönen zusammen. Gemeinsam ergibt sich ein warmes Altrosé, das eine beruhigende Wirkung auf den Betrachter hat. Und in ihm ist die Farbe pulsierenden Lebens erkennbar. Es gibt helle und dunkle Stellen, es ist mal breiter, mal schmaler, so, wie im Leben nicht alles gleich ist. Anfang und Ende bilden eine Ikone und ein Kreuz. Die Ikone steht für den Lebensanfang, das Kreuz für das Ende und doch geht der Lebensstreifen über den Anfang und das Ende hinaus. Wir sind hineinverwoben in die Wirklichkeit Gottes, aus der wir kommen und in die wir zurück kehren. Dazwischen entfaltet sich unser Leben – ganz individuell, jeder kann auf der freien Fläche Bilder seines Lebens sehen. Zeiten im Krankenhaus sind Zeiten, in denen viel und oft nachgedacht wird. Nicht nur über die Krankheit, sondern auch über das Leben – darüber, was gut gelaufen ist und darüber, was bruchstückhaft geblieben ist. All das hat Raum in dieser Fläche. Manches von diesen Gedanken schlägt sich nieder im Anliegenbuch, das wir vor der Kapelle liegen haben.

Auch der Tabernakel ist an einer Stele angebracht. Tabernakel und Osterkerze rahmen den Altar ein. Sie sind Ausdruck dessen, was wir zum Leben brauchen: Nahrung und Gemeinschaft, Licht und Freude, Hoffnung und eine Dimension, die über sich selbst hinaus verweist.

All das ist in dieser Kapelle zu finden und vielleicht auch der Grund, warum viele Menschen gern kommen, um zu sich und zu Gott zu finden.

Eine weitere Besonderheit hat diese Kapelle. Sie gewährt Muslimen für ihr Gebet Gastfreundschaft. Ein Pfeil auf dem Boden zeigt in Richtung Mekka.

In der Kapelle steht die Bibel, auch ein Koran ist zu finden, sowie weiteres Lesematerial.

Die Kapelle befindet sich auf der Ebene +2 und ist rund um die Uhr geöffnet.